Der Eingriff befindet sich in Unsere Liebe im Walde - St. Felix, an einem historischen Grenzort, der Südtirol mit dem Nonstal verbindet, wo die Landschaft keine bloße Kulisse, sondern ein aktives Element aus starkem Gefälle und einer verwurzelten ländlichen Bautradition darstellt. Die Planungsaufgabe entspringt der Notwendigkeit, ein funktionales Volumen – einen Maschinenraum für die Landwirtschaft – einzufügen, das durch einen starken Höhenunterschied und zwei bestehende Baukörper geprägt ist, die dessen physische und operative Grenzen absteckten. Das Werk definiert sich als unterirdische Architektur, die den Weg der Subtraktion wählt; es verwurzelt sich im Hang, um die volumetrische Wirkung zu minimieren und die Integration in den Boden zu maximieren. Die zugrundeliegende Idee bestand nicht darin, ein Bauwerk auf das Terrain zu „setzen“ und den Verlauf des Hangs zu verändern, sondern die Architektur als einen stillen Eingriff zu gestalten. Das Projekt verfolgt das Ziel, den Hang wiederherzustellen: Das Volumen offenbart sich über die Hauptfassade, ein klares und strenges Zeichen, das den Rangierraum des landwirtschaftlichen Betriebs definiert. Auf diese Weise hört das Gebäude auf, ein Fremdkörper zu sein, und wird zu einer „operativen Topographie“, bei der das Dach kein einfaches Dach mehr ist, sondern eine Verlängerung des oberen Niveaus des bestehenden Bauwerks, die sich zum Horizont hin ausstreckt. Die durchgehende Verwendung von Stahlbeton, der als bevorzugtes Material wegen seiner Tragfähigkeit und seiner materiellen Beschaffenheit gewählt wurde, soll gleichzeitig den Erddruck aufnehmen und als ästhetische Oberfläche dienen. Um auf die hydrogeologischen Schwierigkeiten des Standorts zu reagieren und eine maximale Haltbarkeit in einem strengen alpinen Klima zu gewährleisten, wurde die Technologie der „Weißen Wanne“ gewählt. Die Verwendung von Sichtbeton unterstreicht die Tektonik des Projekts und verwandelt ein ingenieurtechnisches Erfordernis in einen raffinierten ästhetischen Ausdruck. Die materielle und filterlose Oberflächenveredelung geht einen chromatischen Dialog mit den Farbtönen der lokalen Steine ein. Die auf der Haut des Gebäudes eingeprägte Struktur der Schalung erzählt vom Prozess des Bauens und verleiht der Solidität des Industriematerials eine menschliche und handwerkliche Dimension. Die Strenge der Linien und die Klarheit der Volumen verneinen nicht die landwirtschaftliche Funktion des Bauwerks, sondern adeln sie und beweisen, dass auch ein Nutzbau einen hohen architektonischen Anspruch erheben kann. Das Werk versteht sich somit als Reflexion über das Bauen in den Bergen von heute: ein Gleichgewicht zwischen dem Respekt vor dem Bodenprofil und der Behauptung einer zeitgenössischen Sprache, die der Zeit standhalten und mit derselben Würde wie die umgebenden Naturelemente altern kann.
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