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arch.atlas

Architekturstiftung Südtirol

Friedhofserweiterung und Sanierung Widum St. Sigmund

Sakrale Bauten

Historische Bauten

Baujahr

Fertigstellung 2014

Zone

Pustertal

KIENS

Bautyp

Umbau

Denkmalgeschützt

Klimahaus Standard - Keine Angabe

Architekt/Partner

Studio EM2 Architekten

Arch Kurt Egger

Arch Gerhard Mahlknecht

Arch Heinrich Mutschlechner

Der Friedhof ist Ort der Stille, der Meditation und des Schweigens. Der Friedhof St. Sigmund wird klar eingegrenzt von der Friedhofsmauer. Die Mauer ist starkes formgebendes Element und hebt sich zeichenhaft von der umliegenden Landschaft ab. ST. SIGMUND: die vorhandene Friedhofstruktur wird weiterentwickelt, die Erweiterung wird ohne Höhenstaffelung aus dem Gelände geschnitten und den Be-stand weiterführend als schiefe Ebene ins Gelände gelegt: durch das durchgehend gleiche Geländeniveau erhält man eine Gleichwertigkeit der Gräber eliminiert den „Hinterhofcharakter“ hinter der Kirche schafft eine behindertengerechte und seniorenfreundliche Nutzung des Friedhofes Das hinter dem Friedhof aufsteigende Gelände wird von versetzten Mauerscheiben aufgefangen. Im rechten Winkel zu den Mauerscheiben schließt die Urnenwand den Friedhof im Osten ab. Hinter der Urnenwand liegt das Ossarium und versteckt Lagerräume und ein öffentliches WC. Die Urnenwand besteht aus 22 senkrechten Nischen, in die jeweils eine oder mehrere Urnen abgestellt werden können. Jede Nische wird einer Familie zugeordnet. Wunsch der Dorfbevölkerung war es die Urnennischen einheitlich mit einer vom Gadertaler Künstler Albert Mellauner hintermalten Glasscheibe zu schließen: Albert Mellauner bürgt für kein Risiko und ist für eine breite Schicht der Bevölkerung modern aber verträglich, in der Zwischenzeit etabliert! wie gesagt, kein Risiko. Jeder Urnennische ist ähnlich einer Grabeinfassung eine Stahlzarge vorgesetzt in der die Angehörigen wie es Tradition ist ihr Grab pflegen können. 70 GRÄBER sind in der Erweiterung unterzubringen. Um die bereits bestehenden / hinter der Kirche lie-genden Gräber nicht zwangsverlegen zu müssen wird die alte Friedhofsmauer im Osten erhalten / Erhal-tung auch um die ursprüngliche Form des alten Friedhofs in aller Zukunft lesbar zu haben. Die Toten- bzw. Einsegnungskapelle, die im Wettbewerbsbeitrag in die im Süden neu zu errichtende Friedhofsmauer eingeplant war wurde nicht realisiert. Die Aufbahrung der Toten erfolgt in der Barockka-pelle vor dem Dorf. Über einen schön angelegten Feldweg bewegt sich der Leichenzug bis in den Fried-hof: im neuen Friedhof wurde ein Platz eingerichtet für die Einsegnung und die liturgische Gestaltung des Begräbnisses. Kirche mit Friedhof stehen unter Denkmalschutz, Kirche, Widum und die unmittelbar am Kirchplatz liegen-den Gebäude stehen unter Ensembleschutz. Um das Bauvorhaben um die Pfarrkirche St. Sigmund abzurunden wurde nach der Friedhoferweiterung auch das Widum - ein Gebäude aus dem späten 18. Jh. (erbaut ca. 1786) – saniert. Das Widum steht in der Schnittstelle zwischen Außen und Innen und ist Bindeglied zwischen profan und sakral: Totenstube für das Totenmahl, Sitzungsraum für christliche Vereine, Proberaum für den Kirchenchor, Altenwohnung für pensionierte Geistliche. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden alle nachträglich ergänzten Zu- und Anbauten entfernt und der ursprüngliche Baukörper wieder herausgeschält und auf das wesentliche reduziert. So wird die alte Struktur wieder klar lesbar: ein kompakter Solitärbau mit Mittelgang, der zentralen Labe, entlang der links und rechts die entsprechenden Räumlichkeiten aufgereiht sind. Erscheinungsbild außen: nach Freilegung der historischen Fassadenmalerei hat sich das Denkmalamt dafür eingesetzt, dass der nachträglich aufgebrachte Spritzputz wieder entfernt wurde und die Fassaden in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt wurden. Der Kirchplatz mit dem am Platz gezeichneten Wasserlauf als Rückgrad soll den Verkehr ausgrenzen. Wasser ist historisches Element am Dorfplatz. Der Bodenbelag - dörflich und selbstverständlich in großen, gebrochenen Granitplatten frei ohne Einfassung läuft fließend ins Feld über: das Bodenmaterial am Platz ist identisch dem Bodenmaterial in der Kirche. Sitzbänke, Anschlagtafel und Lichtelemente zonieren den Platz. Die Strasse hinter dem Platz wird asphaltiert und ist Bestandteil des asphaltierten Bandes, das sich durch das ganze Dorf zieht. MATERIALIEN: mit Weißzement versetzter Sichtbeton sandgestrahlt, Stahl und Stein. Die Materialien sind massig, massiv und unbehandelt, deren natürliches Altern für den Kreis des Lebens steht. Friedhofsmauern in mit Weißzement versetztem Sichtbeton sandgestrahlt als Antwort auf die im Norden und Osten verputzte Friedhofsmauer. Stein geschichtet in Anlehnung an die Aufmauerung der alten Kirche.

Publiziert: Turrisbabel 95

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