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arch.atlas

Architekturstiftung Südtirol

Sanierung und Erweiterung eines Wohnhauses

Wohnbau

Baujahr

Fertigstellung 2012

Zone

Bozen-Leifers

BOZEN

Bautyp

Umbau

Denkmalgeschützt

Klimahaus Standard - Keine Angabe

Architekt/Partner

Arch WAIZ SUSANNE


Projektmitarbeiter:

Arch. Marlies Tolpeit

Publikationen

094_7. Südtiroler Architekturpreis 2013

Architekturpreis

2013 Finalist Renovation

Schon auf den ältesten Abbildungen der Stadt Bozen um 1600 ist die Kirche St. Johann inmitten einer Gruppe niedriger und schmaler Häuser dargestellt. Das Haus in der St. Johanngasse 3, mit einer überbauten Fläche von nur 42 m2, geht auf dieses sehr alte Bebauungsmuster zurück, steht jedoch nicht unter Denkmalschutz. Die Bauuntersuchung datiert den ebenerdigen Kernbau auf das Spätmittelalter des ausgehenden 14. Jahrhunderts. In der frühen Neuzeit wird das Haus um ein Geschoss erhöht, ebenso im Klassizismus und Historismus. Die Genese des Hauses zeigt ein auf den mittelalterlichen Kernbau aufbauendes Wachstum über die Jahrhunderte, die vermutlich primär landwirtschaftliche Nutzung weicht einer Wohnnutzung, die Verdichtung von St. Johann erfolgt parallel zu jener der Bozner Altstadt. Die genaue Kenntnis des Bestandes führte zu einem ersten Projekt, das dieser Entwicklung folgend ein weiteres Geschoß mit Flachdach aufsetzte. Dieser Entwurf wurde von der Ensembleschutzkommission abgelehnt. Die schließlich genehmigte Variante erhält das (heutige) Bild des Ensembles; die auf die Kirche gerichtete Nordfassade wird durch ein steiles Mönch und Nonne Dach abgeschlossen. Bei der Sanierung bleiben die Holzbalkendecken erhalten, nur in einem Geschoss muss die Decke durch zusätzliche Holzbalken verstärkt werden. Der große Schwachpunkt des Hauses ist hingegen die schmale und einsturzgefährdete Holztreppe. Das neue Stiegenhaus entsteht im Anschluss an den Lichthof des Nachbarhauses. Da eine Zufahrt mit großen Fahrzeugen nicht möglich ist, wird die neue Treppe aus gebogenem Stahlblech konzipiert, das Stiegenhaus selbst als Holzkonstruktion. Innerhalb weniger Tage werden die Treppenelemente auf der Baustelle verschraubt und mit vier Rundstählen über drei Geschosse von der Decke abgehängt. Bis auf das neue Treppenhaus handelt es sich bei dem Eingriff jedoch um eine Sanierung im eigentlichen Sinn des Wortes: die Mauern und auch ein Großteil der Putze werden erhalten, die Fenster saniert. Das ist auch der Grund, warum die Baukosten – trotz der stark heruntergekommenen Bausubstanz – unter dem Strich sehr niedrig sind. Das Projekt für drei Wohneinheiten und ein kleines Büro im Erdgeschoss liegt mit ca. 300€/m3 im Bereich „low budget“.

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